Achterbahn, Sprengversuch, Gerberei: als Reporter für Galileo
Auf einen Blick Felix Schlebusch, heute Moderator und systemischer Coach aus Herdecke im Ruhrgebiet, stand ab Juli 2012 als On-Air-Reporter für das ProSieben-Wissensmagazin Galileo vor der Kamera. Zu seinen Reportagen gehören Achterbahntests in Spanien und Italien, ein Sprengschutz-Experiment und ein Dreh in den Gerbereien von Fès. Als zertifizierter Medientrainer bringt er diese Erfahrung heute ins Präsentationscoaching ein: verständlich sprechen, wenn der Körper etwas anderes will.
Eine Galileo-Reportage funktioniert nur, wenn der Reporter nicht spielt. Wer in der Achterbahn sitzt, soll nicht beschreiben, wie es sich anfühlt, sondern es zeigen. Und im nächsten Moment trotzdem einen Satz sagen, den jemand zu Hause auf dem Sofa versteht.
Warum die Kamera alles zeigt
Ab Juli 2012 war ich für Galileo als Reporter vor der Kamera unterwegs, nicht als Stimme aus dem Off. Im März 2013 zählte die WAZ bereits acht Reportagen, jede rund achtzehn Minuten lang: Achterbahntests in Spanien und Italien, der größte Feuerlöscher der Welt im Einsatz, ein Rutschtest in Schutzausrüstung, die Mythen aus „Stirb langsam" im Praxistest. Für diesen Job, schrieb die Zeitung, müsse man „aus hartem Holz geschnitzt" sein. Die Härte war aber nicht das Schwierige. Schwierig war, dass die Kamera jede Anstrengung zeigt und das Mikrofon trotzdem einen klaren Gedanken braucht.
Wer fragt, wenn der Experte die Antwort kennt?
Beim Sprengschutz-Experiment stand Wolfgang Stabe neben mir [Funktion ergänzen]. Solche Drehs haben eine klare Rollenverteilung: Der Experte weiß, was gleich passiert, der Reporter weiß, was der Zuschauer wissen will. Meine Aufgabe war, die richtige Frage zu stellen, bevor es knallt, und nicht so zu tun, als kenne ich die Antwort schon.
Wie fragt man in einem fremden Handwerk?
Die Gerbereien von Fès waren der Gegenentwurf zu Tempo und Technik: ein altes Handwerk, Männer bei der Arbeit in den Gruben, ein Fixer, der übersetzt. Ich kniete selbst in einer der Gruben. Hier ging es nicht darum, etwas auszuprobieren, sondern darum, respektvoll zu fragen und niemanden vorzuführen. [Ein konkreter Moment vom Dreh.]
Wie spricht man unter Druck verständlich?
Heute bin ich Moderator und Coach. Aus den Galileo-Monaten nehme ich eine Erfahrung in jedes Kameratraining mit: Unter Druck wird niemand besser, man wird nur deutlicher. Wer vorher weiß, was er sagen will, sagt es auch mit rasendem Puls. Daran arbeite ich im Präsentationscoaching, bei Townhall, Interview und Video-Statement, und davon lebt jede meiner Moderationen.
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