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Event-Moderation: Wer im Saal sitzt, bestimmt den Auftrag

Autorenbild: Felix Schlebusch
Felix Schlebusch
25. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Okt.

Kurz gesagt: Moderation ist nicht eine Leistung, sondern fünf verschiedene, je nachdem, wer im Saal sitzt und was dort passieren soll. Den Aufwand bestimmen Dauer, Sprachen und vor allem das, was vor dem Termin zu tun ist. Dieser Artikel sortiert die Anlässe und sagt, was jeder braucht.


Die meisten Anfragen klingen gleich: ein Termin, ein Saal, jemand soll durchführen. Was dann tatsächlich verlangt wird, unterscheidet sich erheblich. Ein Messestand ist keine Gala, eine Händlertagung ist kein Kongress, und eine Preisverleihung ist etwas anderes als ein Kick-off, bei dem eine Belegschaft eine Nachricht verarbeiten muss.


Die Bühne vor Publikum

Gala, Preisverleihung, Jubiläum, Sommerfest. Das Publikum sitzt, der Ablauf steht, und meine Aufgabe ist es, ihn zusammenzuhalten: Übergänge, Zeit, Energie, und das Auffangen der Momente, in denen etwas anders läuft als geplant.


Hier zählt Vorbereitung vor allem als Kenntnis der Sache. Wer die Preise verleiht, warum dieses Jubiläum begangen wird, welche Namen im Saal sitzen. Nichts davon steht im Ablaufplan, alles davon merkt man in der ersten Minute.


Die Messe

Ein anderer Beruf im selben Anzug. Auf der Messe sitzt niemand, alle gehen vorbei. Die Moderation muss Menschen anhalten, ein Produkt in zwei Minuten verständlich machen und den Bogen zwanzig Mal am Tag neu spannen, ohne dass es beim zwanzigsten Mal abgespult klingt.


Dazu kommt oft Technik, die erklärt werden will, und Fachleute des Hauses, die auf die Bühne kommen und dort selten zu Hause sind. Beides bereite ich vor: die Sache so weit, dass ich sie in eigenen Worten erklären kann, und die Menschen so weit, dass sie gern hinaufgehen.


Wie das auf einer Fachmesse aussieht, steht im Bericht zur Moderation einer Messeshow auf der IFA und im Bericht zur Robotik-Moderation auf der Hannover Messe.


Kongress, Summit und Fachkonferenz

Hier ist das Publikum fachlich oft besser als der Moderator, und das ist gut so. Meine Aufgabe ist, die Beiträge zueinander in Beziehung zu setzen, Panels zu führen, in denen tatsächlich diskutiert wird, und dafür zu sorgen, dass der Nachmittag noch trägt.


Das braucht die meiste inhaltliche Vorbereitung: Vorgespräche mit den Referierenden, ein gemeinsames Verständnis davon, was strittig ist, und Fragen, die vorbereitet, aber nicht abgelesen sind. Wer ein Panel ohne Vorgespräch moderiert, bekommt vier Statements nebeneinander statt eines Gesprächs.


Kick-off, Tagung, Townhall

Der Anlass mit den höchsten Einsätzen, weil im Saal die eigenen Leute sitzen. Eine Händlertagung nach einem Markenwechsel, ein Kick-off nach einer Umstrukturierung, eine Betriebsversammlung mit einer Nachricht, die niemand gern hört.


Hier ist Moderation nicht Unterhaltung, sondern Rahmen. Es geht darum, dass die Botschaft ankommt, dass Fragen gestellt werden können und dass die Führung dabei gut aussieht, ohne dass es inszeniert wirkt. Häufig bereite ich die Auftritte der Geschäftsführung mit vor, und manchmal ist das der wichtigere Teil des Auftrags.


Ein Beispiel dafür steht im Bericht zur Kick-off-Moderation auf Zeche Zollverein.


Das Format mit eigener Fangemeinde

Esport-Turniere, Gaming-Events, Hackathons. Hier hat das Publikum eigene Regeln und merkt sofort, ob jemand dazugehört oder von außen kommentiert. Wer diese Formate bestellt, sollte nach Erfahrung in genau diesem Umfeld fragen, nicht nach Moderationserfahrung allgemein.


Wie das läuft, steht im Bericht zur Moderation von Esport- und Gaming-Events.


Wenn nicht alle dieselbe Sprache sprechen

Internationale Veranstaltungen laufen meist auf Englisch, auch wenn für die Mehrheit im Saal Englisch Fremdsprache ist. Das ändert das Tempo, die Länge der Sätze und vor allem den Humor: Was auf Deutsch trägt, funktioniert übersetzt oft nicht, und umgekehrt.


Ich moderiere auf Deutsch, Englisch und Französisch. Zweisprachige Veranstaltungen sind möglich, kosten aber Zeit im Ablauf, und diese Zeit sollte im Regieplan stehen, nicht auf der Bühne improvisiert werden.


Wo ich moderiere

Die meisten Veranstaltungen, die ich moderiere, finden in Nordrhein-Westfalen statt. Von Herdecke aus bin ich schnell in Dortmund, Bochum, Essen und im ganzen Ruhrgebiet. Messen und internationale Tagungen führen mich deutschlandweit und ins Ausland, besonders in den deutsch-französischen Raum.


Was den Aufwand bestimmt

Was den Aufwand bestimmt, ist selten die Zeit auf der Bühne:


  • Vorbereitung. Vorgespräche, Regieplanabstimmung, Einarbeitung in Technik oder Fachthema, Briefings mit Referierenden.

  • Anzahl der Auftritte. Eine Messe mit zwanzig Bühnenblöcken ist etwas anderes als eine Gala mit sechs Übergängen.

  • Sprachen. Zwei- oder dreisprachig heißt doppelte Vorbereitung, nicht doppelten Text.

  • Was an Ihnen hängen bleibt. Wenn ich Ihre Leute auf ihre Auftritte vorbereite, ist das eine eigene Leistung und steht als eigene Position im Angebot.


Wenn im Saal gearbeitet werden soll

Es gibt eine Grenze, an der Moderation aufhört. Wenn die Leute im Raum nicht zuhören, sondern zu einem Ergebnis kommen sollen, ist es kein Bühnentermin mehr, sondern ein Workshop. Der wird anders vorbereitet, anders bepreist und anders durchgeführt. Das beschreibe ich in der Workshop-Moderation.


Und wenn es darum geht, dass einzelne Menschen ihre Sache besser vor Publikum bringen, ist es Präsentationscoaching, mit oder ohne Kamera.


Schreiben Sie mir Anlass, Termin, Ort und wer im Saal sitzt, auch wenn noch nicht alles feststeht. Ich melde mich mit einem Vorschlag, wie ich Ihre Veranstaltung vorbereiten würde. Wie ich auf der Bühne arbeite, zeigen die Showreels auf der Seite zur Moderation.



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