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Welches Format passt: Coaching, Workshop, Supervision oder Moderation?

Autorenbild: Felix Schlebusch
Felix Schlebusch
vor 2 Tagen
6 Min. Lesezeit
Acht handbeschriftete Karten mit den Tätigkeitsfeldern: Moderation, Coaching, Supervision, Organisationsentwicklung

Auf einem Campingplatz kommt die Frage spätestens am zweiten Abend. Und was machst du so?


Erzähle ich vom Fernsehen und von der Bühne, ist die Sache einfach: Ich bin zehn Minuten lang interessanter, als ich bin, und danach reden wir über etwas anderes. Erzähle ich vom Coaching mit Führungskräften, merke ich, wie ich anfange, mich abzugrenzen, bevor mich jemand danach gefragt hat. Sage ich, dass ich mit Inhabern über Nachfolge spreche und über das, was zu Hause daran hängt, wird es entweder sehr still oder sehr persönlich, weil am Tisch jemand sitzt, den genau das umtreibt. Sage ich Supervision, denken die einen an Kontrolle und die anderen an Kita und Pflege, und beide liegen halb richtig. Sage ich Workshop, erinnert sich mein Gegenüber an einen Tag, den er absitzen musste, und erzählt mir davon, zu Recht. Sage ich, dass ich Menschen auf Auftritte vorbereite, bekomme ich sofort ein Geständnis über Lampenfieber. Und bei Organisationsentwicklung und bei Programmen für ganze Führungsebenen wird es leise, weil niemand ein Bild davon hat, und manchmal mischt sich die Sorge dazu, dass so etwas im eigenen Haus bald ansteht.


Acht Felder, acht Reaktionen, und nur bei der Moderation muss ich nichts erklären. Bei allem anderen sitze ich nach fünf Minuten in einer Auftragsklärung, ohne dass es einen Auftrag gäbe. Genau die steht hier.


Anfragen fangen mit einer Situation an, nicht mit einem Format. Eine Führungsrunde findet nicht zusammen. Eine Entscheidung liegt seit Monaten auf dem Tisch. Zwei Unterscheidungen klären fast alles: ob ein Anlass ansteht oder ein Rhythmus tragen soll, und ob es um Sie geht, um Ihr Team oder um Ihre Organisation. Danach sortiert dieser Text. Am Ende steht der Fall, in dem Sie besser jemand anderen anrufen.


Coaching oder Supervision: der Unterschied liegt im Anlass


Coaching arbeitet an einem Anlass, Supervision an einem Rhythmus. Ein Coaching beginnt, weil etwas ansteht: eine Entscheidung, ein Konflikt, eine neue Rolle. Es hat ein absehbares Ende, meist einige Termine mit wachsendem Abstand. Supervision ist der Raum, der auch dann bleibt, wenn gerade nichts brennt. Sie läuft in festen Abständen, damit die eigene Berufsrolle regelmäßig betrachtet wird und nicht erst dann, wenn etwas kippt. Beides ist vertraulich, beides arbeitet an Rolle und Beziehungen statt an Techniken. Der Unterschied ist nicht die Methode, sondern die Verabredung über die Zeit. Einen Überblick über beide Wege gibt die Seite Coaching und Supervision. Und ob Coaching für Ihr Anliegen überhaupt das richtige Mittel ist, steht in fünf Argumenten dafür und fünf dagegen.


Führungskraft, Inhaber, Team oder Organisation: für wen welches Format gedacht ist


Die zweite Frage ist, wer eigentlich gemeint ist. Es macht einen Unterschied, ob eine einzelne Person an ihrer Rolle arbeitet, ob ein Team seine Zusammenarbeit klären will oder ob die Struktur selbst das Thema ist. Aus beiden Fragen zusammen ergibt sich diese Sortierung.

Zwei Zeilen brauchen einen Zusatz. Inhaber und Vorstände stehen getrennt von den angestellten Führungskräften, weil an der Spitze Geschäftliches und Privates zusammenlaufen: Nachfolge, Familie, Vermögen und Ausstieg gehören mit auf den Tisch. Die Leitungsrunde meint Supervision für ein Leitungsteam, also den Raum für die, die selbst führen. Wer im Markt nach Business-Coaching sucht, landet je nach Lage in der ersten oder in der zweiten Zeile; wie ich diese Begriffe auseinanderhalte, steht in einer eigenen Sortierung.


Moderator oder Facilitator: wer zuschaut und wer mitarbeitet


Bei einer Moderation schaut ein Saal zu, in einem Workshop arbeitet die Gruppe mit. Das ist der ganze Unterschied. Auf der Bühne halte ich den roten Faden, die Zeit und die Energie im Raum, bei Kongressen, Messen, Galas und Podien, auf Deutsch, Englisch und Französisch. Fünfundzwanzig Jahre Bühne, Fernsehen und Radio stecken darin, und die braucht es, wenn ein Einspieler hängt. Zur Moderation gibt es eine eigene Seite. Im Workshop dagegen verantworte ich den Weg und nicht das Ergebnis, denn das Ergebnis gehört denen, die es später tragen. Auch in großen Runden mit World Café oder Open Space bleibt meine Aufgabe der Weg. Moderation steht deshalb außerhalb der Tabelle: Es geht nicht um Ihre Rolle, sondern um einen Abend, der trägt.


Präsentationscoaching: Vorbereitung auf einen Auftritt, nicht auf eine Rolle


Präsentationscoaching bereitet einen einzelnen Auftritt vor: Keynote, Pitch, Vorstandspräsentation, Kamera. Es steht ebenfalls außerhalb der Tabelle, weil das Ziel ein Termin ist und keine Rolle über Monate. Oft kommt die Anfrage wenige Tage vorher, und das ist in Ordnung. Häufig bestellt es jemand für jemand anderen, eine Assistenz für die Person, die übermorgen auf der Bühne steht. Auch das geht, wir klären dann zuerst, wer von mir was erfährt. Steckt hinter dem Auftritt mehr als Anspannung vor dem Termin, hilft zuerst die Unterscheidung zwischen Lampenfieber und Redeangst.


Führungskräfteentwicklung: wenn eine ganze Führungsebene gemeint ist


Führungskräfteentwicklung ist der Fall, in dem nicht eine Person gemeint ist, sondern eine Ebene. Ein Programm über Monate aus Workshops, Einzelgesprächen und kollegialen Runden, mit Abstand zwischen den Etappen, damit im Alltag etwas passieren kann. Ob es dafür wirklich ein Programm braucht oder ob ein Training oder eine Klausur reicht, ist eine eigene Frage und die häufigere. Trainings baue ich, wenn sie einen konkreten Fall haben: ein Kommunikationstraining für eine bestimmte Situation, mit einer Konzeption davor und mit Praxis zwischen den Teilen, nicht als Modul aus einem Katalog.


Teamsupervision oder Fallsupervision: worüber gesprochen wird


Bei Teams entscheidet zusätzlich der Gegenstand. Geht es um uns, also um Zusammenarbeit, Rollen und Reibung, ist es Teamsupervision. Geht es um unsere Arbeit, also um Fälle, Klienten und schwierige Verläufe, ist es Fallsupervision. In der Praxis wechselt das, solange beide Seiten wissen, worüber gerade gesprochen wird. Steht dagegen ein Ergebnis an, eine Entscheidung oder eine Strategie, ist es kein Supervisionstermin, sondern ein Workshop.


Vom Einzelcoaching zur Arbeit mit dem Team: wie Formate sich ablösen


Ein Format ist keine Entscheidung für immer. Oft beginnt eine Zusammenarbeit mit einer einzelnen Person und einem Anlass, einem Wechsel etwa, den jemand eine Weile allein vor sich herträgt. Ist der geklärt, liegt die nächste Frage häufig nicht mehr bei ihr, sondern bei den Leuten, die sie führt. Dann wechselt das Format, und meistens auch der Auftraggeber: Erst zahlt die Person selbst, später das Unternehmen. Das ist kein Bruch. Wichtig ist, dass dann neu ausgemacht wird, wer was erfährt. Sonst wird aus einem vertraulichen Gespräch unbemerkt eine Auskunft an den Arbeitgeber.


Moderation, Coaching und Organisationsentwicklung in einer Person: warum das zusammengeht


Acht Felder bei einer Person wecken einen Verdacht, und der ist berechtigt. Deshalb das Argument, so nüchtern es geht. In einem laufenden Mandat sitze ich mit der Leitung an der Strategie, arbeite einzeln mit einer Führungskraft, moderiere die Klausur und begleite danach die Runde weiter. Machen das drei Dienstleister, sieht keiner das Ganze, und jede Übergabe kostet Zeit, die niemand bezahlt. Ein Gutachten schreibe ich trotzdem nicht: Die Lösung erarbeiten die, die sie später tragen. Wichtig ist nur, dass die Rollen nicht verschwimmen. Wer wann was von mir bekommt, wird vorher ausgemacht, und was im Einzelgespräch gesagt wird, bleibt dort.


Ein Kunde hat das öffentlich beschrieben. Marilena Cuccia von Volkswagen Group Technology schreibt über ein Mitarbeiterprogramm, das ich über mehrere Monate begleitet habe: „Besonders wertvoll war für uns seine Fähigkeit, Moderation, Coaching und Prozessbegleitung souverän in einer Person zu vereinen, ohne dass die einzelnen Rollen an Klarheit verlieren." Es war die dritte Zusammenarbeit. Wie so ein Mandat von innen aussieht, habe ich einmal ausführlich aufgeschrieben.


Der zweite Hinweis ist der Preis. Der Tagessatz ist über die Formate hinweg derselbe: ein halber Tag 1.500 Euro, ein ganzer 2.500 Euro, netto. Ob ich moderiere, einen Workshop leite oder mit einer Führungsebene arbeite, ändert daran nichts. Einzelarbeit rechne ich danach ab, wer zahlt. Wer sich selbst coachen lässt, zahlt ab 250 Euro je Stunde. Zahlt Ihr Unternehmen, vereinbaren wir nach dem Erstgespräch ein Kontingent, in dem Vorbereitung, Abstimmung und Auswertung enthalten sind, und ich binde mich an das Angebot. Supervision hat ihre eigene Einheit, die Sitzung zu zwei Zeitstunden ab 500 Euro. Das ist keine Preisliste, sondern ein Argument. Hier stehen nicht acht Geschäftsmodelle nebeneinander, sondern ein Handwerk in acht Anwendungen. Wie aus einem unsortierten Angebot drei Felder wurden, steht in einem älteren Artikel.


Coaching, Training oder Therapie: wann ein Spezialist besser passt


In vier Fällen sind Sie mit jemand anderem besser bedient. Wenn ein Standardseminar reicht, etwa weil zwanzig Leute dieselbe Gesprächstechnik lernen sollen und der Kontext dabei keine Rolle spielt, ist ein Trainer aus dem Katalog schneller und günstiger als ich. Wenn es um Gesundheit geht: Coaching arbeitet mit gesunden Menschen an einer beruflichen Rolle, Therapie behandelt Krankheit. Wo die Grenze liegt, sage ich im Erstgespräch. Wenn ein Fachthema so speziell ist, dass Branchenerfahrung schwerer wiegt als Breite, brauchen Sie jemanden aus genau diesem Feld. Und wenn eine Rollenhäufung im konkreten Fall nicht geht, etwa weil ich im selben Haus schon mit einer Konfliktpartei arbeite, ist die Trennung wichtiger als die Kontinuität. Das sage ich von mir aus, bevor Sie danach fragen müssen. Ob Sie ohnehin besser mit internen oder externen Coaches arbeiten, ist eine eigene Rechnung.


Wenn Sie unsicher sind, welches Format passt


Sie müssen das Format nicht bestimmen, bevor Sie anrufen. Schildern Sie die Situation, und ich sage Ihnen, was dazu passt, auch dann, wenn die Antwort lautet, dass Sie jemand anderen brauchen. Auf dem Campingplatz mache ich diese Sortierung umsonst und ungefragt, im Erstgespräch mit Ihrer Situation und ebenfalls umsonst. Wer hier sortiert, steht in der Vita.


Schreiben Sie mir an info@felixschlebusch.de oder rufen Sie kurz durch: +49 163 2863165

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